Wann ist ein Mann ein Mann?

Herbert Grönemeyer hat dieselbe Frage in seinem Superhit der 80er gestellt und nicht wirklich eine Antwort gefunden.

Wann ist ein Mann ein Mann? Ist Das männliche Wesen ausschlaggebend? Gibt es überhaupt so etwas wie ein männliches Wesen? Eines, das sich vom weiblichen Wesen unterscheidet?

Oder ist der Körper, die Physis, entscheidend? Liegt es am Phallus? Oder gar an der Körperbehaarung?

Der Mann im 21. Jahrhundert

Es ist doch toll, wie sehr sich die Männer heutzutage wieder mit sich selbst auseinandersetzen, nicht wahr?

Wir rasieren uns endlich nicht mehr nur den Bart ab, sondern auch alle anderen Haare. Wieso? Weil die Frauen darauf stehen. Ziemlich schwach, sich diesem Diktat zu beugen!

Auf der anderen Seite bemühen sich die Männer von heute, möglichst hart zu sein und gehen ins Fitnessstudio, um Muskeln anzutrainieren – Muskeln, die über ihre gerade genannte Schwäche (die Abhängigkeit) hinwegtäuschen sollen.

Nicht nur der Körper will trainiert werden – der moderne Mann im 21. Jahrhundert hat längst erkannt, dass er sich nur dann aus den Fängen der Frau befreien kann, wenn er ein sogenannter PUA (= Pick Up Artist) wird und lernt, Frauen gefügig zu machen.

Verfechter der PUA-Strategien widersprechen mir immer wieder, aber ich glaube ihnen nicht, wenn sie sagen, dass es nicht um Manipulation geht.

Der Mann im Körper einer Frau

Ich habe es bereits angesprochen, aber das Thema verdient einen eigenen Abschnitt.

Was ist aus den kernigen Exemplaren geworden, die den Mumm haben, ihren Bart länger als drei Tage wachsen zu lassen?

Wo sind all die Männer vom Typ „Holzfäller“, die natürlich schön sind und ihre Muskeln durch natürliche Arbeit antrainieren – dabei jedoch nicht den Zweck verfolgen, oberflächliche Stärke zu beweisen.

Warum sieht man immer weniger Männer, die akzeptieren, dass bei ihnen mehr Haare wachsen als beim anderen Geschlecht?

Thema Klamotten: Diese komischen Skinny Jeans – das kann doch nicht gesund sein, so enge Hosen zu tragen!

Der moderne Mann verwandelt sich immer mehr zu einem Mischwesen: Hygienisch einwandfrei und immer gepflegt wie eine Frau und doch mit männlichen Zügen, beispielsweise einem ausgeprägten Bizeps.

Der männliche Geist bzw. seine Überreste

Viel ist vom ursprünglichen Mann nicht geblieben.

Wann ist ein Mann ein Mann? Die Frage ist schwierig zu beantworten – mir fallen nur Argumente dafür ein, wann ein Mann eben kein Mann mehr ist.

Dennoch erachte ich folgende Eigenschaften als typisch männlich:

  • Stärke – Sowohl körperlich in Form von Muskeln als auch geistig in Form von positiven „Das-Schaffe-Ich-Gedanken“.
  • Ehrlichkeit – Echte Männer sind ehrlich und haben es nicht nötig zu lügen, wenn sie z.B. zu spät zu einer Verabredung kommen.
  • Weitsicht – Männer sollten nicht nur den Durchblick haben, sondern auch die Fähigkeit ausprägen, Dinge in ihrem Leben vorauszusagen. Ich meine keine Hellseherei, sondern logisches Denken und das Erkennen von Zusammenhängen.
  • Selbständigkeit – Männer sollten sich von nichts und niemandem abhängig machen. So machomäßig es klingt: Vor allem nicht von Frauen oder weiblich-medial geprägten Bedürfnissen nach einer rasierten Brust oder dem verpflichtenden Geschenk zum Valentinstag.

Es gibt sicherlich noch viele weitere Aspekte, die einen Mann zu dem machen, was er ist.

Ich bemühe mich in meinem eigenen Leben, zumindest die oben genannten Punkte zu erfüllen.

Das funktioniert nicht immer – aber wenn es funktioniert, dann fühle ich mich auf jeden Fall männlicher als wenn ich mich in das neue Bild vom modernen Mann einfüge!

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