So kannst du unbeliebte Weihnachtsgeschenke recyclen

[statistik ueberschrift=“Die schlimmsten Geschenke:“]Die schlimmsten Geschenke, mit denen sich der Durchschnittsdeutsche herumplagt, sind schreckliche Dekoartikel, Socken und Schlafanzüge. Oder, gar keine Geschenke zu bekommen. (Quelle: Statista)[/statistik]Jedes Jahr dasselbe: vom netten Kollegen eine weitere unnütze Krawatte, vom Kumpel eine peinliche Tasse, die sich unmöglich in Weiberpräsenz zeigen lässt und von Onkel Henrich ein Buch übers Erwachsenwerden.

Man hat sich ja schließlich seit beinahe 20 Jahren nicht gesehen.

Was macht man nun mit unbeliebten Weihnachtsgeschenken, die weniger Mehrwert bieten als den Staub, der sich über die Zeit auf ihnen sammelt?

Option A: Der Keller

Schwierigkeitsgrad: 1/10 (Justin Bieber)

Basis-Information: So manche feige Eichhörnchen hamstern Jahr für Jahr auf Dachgeschoss, örtlicher Mülldeponie und im Keller unpassende Weihnachtsgeschenke, um so jeden Konflikt mit sich selbst und anderen zu umgehen.

Der große Nachteil dieser Option ist, dass unbeliebte Weihnachtsgeschenke keine Halbwertszeit haben und somit der Keller (etc.) Jahr für Jahr voller wird, bis sich selbst die Spinnen dort nicht mehr wohl fühlen.

Ausführung: Geschenk erhalten. Den Schenkenden für seinen guten Geschmack/seine Intuition/seinen wunderbaren Charakter danken. Das Geschenk eine Anstandswoche unangetastet im Flur stehen lassen. Es kommentarlos in den Keller schmeißen.

Besonderheiten: Forscher in den USA haben herausgefunden, dass das feige Hamstern von unpassenden Geschenken zu Impotenz und spontanen Schamanfällen führen kann.

Option B: Das Geschenk verkaufen

Schwierigkeitsgrad: 5/10 (Jack Black)

[statistik ueberschrift=“Geschenk-Kapitalismus“]Immerhin 14% der Menschen beabsichtigen, unpassende Geschenke nach den Festtagen wieder zu verkaufen. (Quelle: Statista)[/statistik]Basis-Information: Die wohl am häufigsten gewählte Option, unliebsame Geschenke loszuwerden, ist, sie per Internet wieder an den Mann zu bringen. So findet sich vielleicht sogar jemand, der sich über eine hässliche Krawatte freut. Und du bekommst im besten Fall einen angemessenen monetären Gegenwert.

Ausführung: Man melde sich zu einer Verkaufs- oder Auktionsplattform an und wähle dabei die aus, die am besten zu dem vertriebenen Gegenstand passt (z.B. ein unbrauchbares Buch verkauft man besser auf dem Amazon Marktplatz oder bei Ebay-Kleinanzeigen als in einer Ebay-Auktion, da man dort nicht um die Versandtgebühren herumkommt).

Man mache eine ausführliche, ehrliche Beschreibung des Gegenstandes und füge selbst gemachte Fotos hinzu, damit sich auch ein Käufer findet.

Besonderheiten: Wenn man scheinbar keinen Wert auf Ehrlichkeit legt (wenn doch, siehe Option A), liegt einem natürlich auch nichts daran, dass der Schenkende herausfindet, dass das (vielleicht sorgfältig ausgewählte) Geschenk einfach wieder verkauft wird. Also: Klappe zu.

Option C: Schrottwichteln

Schwierigkeitsgrad: 6/10 (George Clooney)

Basis-Information: Schon mal vom Wichteln gehört? Dabei geht es darum, einer Person ein Geschenk zu machen, deren Namen man per Zufall aus einem Beutel gezogen hat. Diese Person wird in der Regel nie erfahren, wer ihr dieses Geschenk gemacht hat, was einen Hauptreiz des Wichtelns ausmacht.

Beim Schrottwichteln ist jedoch verkehrte Welt und man versucht letztendlich, das grottigste noch schenkbare Geschenk mitzubringen. Eine wunderbare Gelegenheit, unbeliebte Geschenke loszuwerden.

Vorgehen: Beim Schrottwichteln sucht man das schlechteste Geschenk aus, das man finden kann und bringt es mit zum Veranstaltungsort. Dort werden die Namen der „Wichtel“ (Teilnehmer) auf einen Fetzen Papier geschrieben und in einen Beutel gesteckt.

Derjenige, dessen Name zuerst gezogen wird, darf sich zuerst ein Geschenk aussuchen und versucht damit, das noch „brauchbarste“ unter all dem Müll zu ergattern. Der nächste Name wird gezogen und die entsprechende Person darf sich somit ihren Schrott aussuchen. Und so weiter.

Besonderheiten: Das Spiel hört sich simpel oder gar langweilig an, ist jedoch ein toller Spaß, weil man nicht meinen sollte, was für grauenhafte Sachen Menschen, die man eigentlich schätzt, bei sich zuhause haben.

Option D: Das Geschenk tauschen

Schwierigkeit: 7/10 (Nicholas Cage)

[linktipp ueberschrift=“Der Kuhhandel:“]Damit du selbst niemals ein unpassendes Geschenk schenkst, kannst du dich auf Knigge.de bestens informieren.[/linktipp]Basis-Informationen: Es gibt inzwischen einige Internet-Seiten, bei denen man diverse Dinge mit anderen Usern tauschen kann. Ein gutes Beispiel dafür ist Swapy.de. Diese Tauschbörsen bieten den Vorteil, dass sie unabhängig von Geldwerten agieren und man somit auch nicht Gefahr läuft, von gierigen Aasgeiern betrogen zu werden.

Im Gegenteil: bei solchen Tauschbörsen steht der Spaß am Tausch im Vordergrund und ermutigt den Tauscher, seine Tauschpunkte vielleicht einmal für etwas einzulösen, was er sonst nicht gekauft hätte.

Ausführung: Bei Swapy.de kann man beispielsweise eine doppelt erhaltene DVD, für die man auf Ebay nicht einmal 2 Euro bekommen hätte zum Tausch anbieten. Entscheidet sich ein anderer User dafür, dass er gerne diese DVD besäße, bekommst du dafür Swapy-Taler (so viele wie du festlegst) und kannst diese wiederum für andere Gegenstände eintauschen. So bleibt alles schön fair.

Besonderheiten: Auch hier willst du natürlich nicht, dass der ursprüngliche Schenker etwas davon mitbekommt. Also: Mund zu und Augen auf.

Option E: Sei ehrlich!

Schwierigkeitsgrad: 10/10 (Bruce Lee)

[statistik ueberschrift=“Ehrlichkeit ist Trumpf:“]Bloß 33% der Menschen sind ehrlich, wenn sie ein Geschenk erhalten, das ihnen nicht gefällt. (Quelle: Statista)[/statistik]Basis-Information: Die Krux der meisten unpassenden Geschenke ist, dass man sie nicht einfach im Geschäft umtauschen kann, um einen entsprechenden Geldwert zu erhalten, für den man sich dann etwas wirklich Passendes kaufen kann.

Das liegt natürlich daran, dass der Schenkende aus Höflichkeit jegliche Hinweise auf Herkunft und Preis entfernt hat, um deine Gefühlswelt zu schonen. Du wiederum willst die Gefühlswelt des Schenkenden schonen, indem du ihn NICHT nach dem Kassenbon fragst und ihm so eröffnest, dass er fehlgeschlagen ist, dir etwas Passendes zu kaufen.

Den Ruf als ungehobeltes Schwein, das nicht weiß, was gut für es ist, könnte dir bei dieser Option nachhallen.

Wir raten dir trotzdem den Weg der Ehrlichkeit an, denn so kann man vor allem bei besonders scheußlichen Geschenken auf jeden Fall verhindern, dass man nächstes Jahr etwas Ähnliches bekommt. Und tatsächliche Freunde werden sich nicht dadurch verletzt fühlen.

Ausführung: Gehe einfach locker auf die entsprechende Person sobald wie möglich (aber diskret!) zu und bitte sie um ein paar Worte unter vier Augen. Lasse sie wissen, dass du dich zwar geschmeichelt fühlst, von ihr mit einem Geschenk bedacht worden zu sein, allerdings mit dem Geschenk selbst nichts anfangen kannst.

Führe am besten auch ein passendes, einfühlsames Argument an („So einen Scheiß kann ich nicht gebrauchen“, ist NICHT einfühlsam. „Das passt leider gar nicht zu den Gardinen, die meine Freundin gekauft hat“, ist es schon viel eher). Im Idealfall wird die Person vielleicht ein wenig enttäuscht sein, aber dir trotzdem den Gefallen tun, die Quittung herauszukramen und dir bei nächster Gelegenheit zu überreichen.

Besonderheiten: Sollte es sich bei dem Schenkenden um eine herzinfarktgefährdete Oma, eine Drama Queen (die gibts auch in männlich) oder ein Kind handeln, ist von Option A abzuraten. Ebenso bei Geschenken, die einen Wert von 50 Euro unterschreiten, da dort der Aufwand, die Quittung zu erreichen, kaum dem Endeffekt gerecht wird.

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