Pflanzliche Ernährung als Alternative für mehr Power im Alltag

Wie einige Leser sich vielleicht erinnern, habe ich Ende letzten Jahres beschlossen, mindestens ein Jahr ohne jegliche Tierprodukte zu leben.

Ich bin also Veganer.

Richtig, einer der Menschen, die ich selbst noch vor wenigen Monaten als gutmenschliche Extremisten gesehen habe, die auf meiner inneren Merkwürdigkeiten-Bewertungsskala auf einer Stufe mit den Zeugen Jehovas standen.

Von Fett und Fitness

Ich hatte damit gerechnet, dass der Weg zum Veganismus von vielen schweren Steinen gepflastert werden würde. Aber weit gefehlt; nach beinahe zwei Monaten veganem Leben fühle ich mich fit wie nie.

Aus irgendeinem Grund denken viele Menschen immer noch, dass das Protein von anderen Tieren das bekömmlichste und gesündeste ist, was es gibt und man zu einer kümmerlichen kleinen Pflanze wird, wenn man nichts mehr davon konsumiert.

Tatsächlich habe ich herausgefunden, dass viele Menschen (vor allem natürlich Frauen) Veganismus als eine Art Diät betrachten.

Ich habe diesen Weg natürlich aus Idealismus gewählt und nicht um abzunehmen, aber trotzdem ist es in meinen Augen ein gutes Zeichen, dass Veganismus als gesunde Methode gewählt wird, um die Pfunde purzeln zu lassen.

Kann man einfach so auf alles Tierische verzichten?

Ja, meinen Erfahrungen nach kann man ohne Weiteres Fleisch, Fisch, Milch und Eier aus dem Ernährungsarsenal streichen, ohne einen weiteren Gedanken an möglicherweise negative Folgen zu verschwenden.

Von Fleischfetischisten wird zwar immer wieder angeführt, dass Veganismus ungesund sein MUSS, weil man nirgends sonst das Vitamin B12 vorfinden kann, da es der menschliche Körper leider nicht selbst (an der richtigen Stelle) synthetisieren kann.

Ja, B12 ist ein Problem unter Veganern, Vegetariern und auch Allesfressern.

Durch die nach dem Motto „Masse statt Klasse“ betriebene Massentierhaltung befindet sich in heutigen Tierprodukten nämlich deutlich weniger B12 als noch vor 30 Jahren. Und so stellen Hausärzte auch an ganz normalen Menschen diesen B12-Mangel fest, den letztendlich deutlich weniger Veganer betreffen, weil die ja wenigstens darauf achten, dieses für die Zellteilung essentielle Vitamin zu sich zu nehmen.

Wie ich das löse? Ich habe mich natürlich darüber informiert und herausgefunden, dass das es ein hochwirksames Mittel aus der Spirulina-Alge gibt. Aber da ich kein Pillen-Fan bin, trinke ich lieber Multivitaminsaft.

Der Mensch braucht kein Fleisch. Das ist falsch und das weiß ich auch schon, seit ich Vegetarier geworden bin. Der Mensch braucht auch keine Eier (kein anderes tierisches Produkt ist so schwer verdaulich) und Milch (gegen die ein Großteil der Erde sogar allergisch ist) braucht er auch nicht.

Er braucht bloß (Mikro-)Nährstoffe in ausreichender Anzahl, die man sich köstlich und unproblematisch durch Pflanzen aller Art zuführen kann.

Diese Krankheiten plagen keine Veganer

Nicht überall auf der Welt sind die Menschen so gut mit tierischen Produkten versorgt wie in Europa und den USA. Natürlich erhöht die fortschreitende Amerikanisierung in den östliche Ländern nach und nach den Fleischkonsum (da gibt es tatsächlich Menschen, die denken, dass das konstante Fressen von Burgern einen zu einem aggressiven, erfolgreichen Menschen machen würde). Aber vor allem in den ländlichen Regionen Asiens und Afrikas ist ein Ei eine seltene Delikatesse, Tiere werden nur zu Festen geschlachtet und Milch ist diesen Menschen fremd. Sie leben also quasi vegan.

Diese Menschen haben eine beinahe genauso lange Lebenserwartung wie wir Westweltler, leiden aber weder an erhöhtem Cholesterin, Herzinfarkten, Tumoren oder Schlaganfällen, Erektionsstörungen und Übergewicht. Komisch, oder?

Obwohl diese Menschen so verhältnismäßig arm sind, leben sie deutlich gesünder als der allesfressende Deutsche.

Lassen wir die Tumore mal außen vor. Der Rest der Krankheiten jedoch hängt eng mit der Blutzirkulation zusammen. Und gerade die ist im Westen signifikant schlechter als im Osten, weil hier wesentlich mehr Blutfett durch die Venen gepumpt wird. Woher das Fett kommt? Aus dem Essen natürlich!

Man kann sich auch als Veganer fettig ernähren, wenn man es unbedingt will, aber es ist ungleich schwerer als für einen Allesfresser. Man muss schon sehr hart arbeiten, um ein Stück Tofu so fettig zu kriegen wie ein normales Schweineschnitzel.

Die verringerten Blutfettwerte haben zur Folge, dass es bei Veganern wesentlich seltener zu Arterienverkalkungen und damit zu Herzinfarkten und Schlaganfällen kommt. Die verbesserte Durchblutung macht einen wesentlich leistungsstärker und ermöglicht eine bessere Konzentration. Einfach dadurch, dass das Blut gesünder ist.

Und das Fett, das sich nicht im Blut befindet, setzt sich natürlich auch nicht an der Hüfte ab, weil man es ja gar nicht erst aufnimmt.

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