Job und Privatleben unter einen Hut bringen

Fans der Milchmädchenrechnung kommen auf acht Stunden Schlaf pro Tag, 8 Stunden Arbeit und 8 Stunden Freizeit.

Theoretisch sind die acht Stunden „Jobzeit“ für nichts anderes reserviert als eben die Arbeit. So einfach funktioniert es dann aber doch nicht, weil wir auch innerhalb dieser Zeit über unser Privatleben nachdenken.

Und: Während der theoretischen acht Stunden, die uns für die Freizeit zur Verfügung stehen, denken wir auch über unsere Arbeit nach.

Dass das nicht immer gut geht, weißt du – wir möchten heute herausfinden, ob und wie man die zwei Tagesabschnitte unter einen Hut bringen kann.

Wofür wirst du eigentlich bezahlt?

Ich bin selbstständig und gestalte Webseiten, um damit mein Geld zu verdienen. Ich arbeite ohne irrsinnige Anwesenheitspflichten und nicht ergebnisorientiert.

[amazon_rechts][/amazon_rechts]Ich verdiene meinen Lebensunterhalt nicht dadurch, dass ich acht Stunden pro Tag am PC sitze und irgendetwas – ja, was eigentlich? – mache.

Mein Geld kommt durch meine Ideen und die Umsetzung derselben, nicht durch bloße Anwesenheit!

Wofür wirst du eigentlich bezahlt? Bei der klassischen Festanstellung (engl. „9to5-Job“) zählt bloß, dass du pünktlich im Büro erscheinst und deine Projekte geordnet nach Dringlichkeit abarbeitest, bis dir nachmittags der Blick auf die Fossil-Armbanduhr verrät: Schluss jetzt, für die Überstunden wirst du ohnehin nicht bezahlt.

Man lässt alles stehen und liegen und am nächsten Tag geht der „Spaß“ von vorne los. Nicht besonders effizient.

Wofür wirst du also bezahlt? Richtig, für die Zeit, die du im Büro verbringst.

Wo bleibt die Lebensqualität?

In der Mehrfamilienwohnung, in der ich momentan mit meiner Partnerin lebe, wohnt neuerdings ein junges Pärchen.

Er fährt einen (vermutlich für sein Ansehen geleasten) 1er-BMW, verlässt um 06:00 Uhr das Haus und kommt um 18:00 Uhr zurück.

Sie hat Schichtdienst und einen ähnlich langen Arbeitstag.

[statistik]Bei einer Umfrage mit 1500 Befragten kam heraus, dass knapp 60% Belastungen ihrer sozialen Beziehungen aufgrund ihrer Arbeit durchleben. 25% gaben an, ihr Privatleben würde stark belastet. (Quelle: Statista)[/statistik]Stellen wir uns mal vor, dass die beiden sich morgens beim Frühstück in die Haare geraten. Während des Streits gleiten die Blicke immer wieder nervös auf die Uhr – man darf bloß nicht zu spät kommen!

Beide fahren also zur Arbeit und das Streitgespräch hallt logischerweise auch in den knapp zehn bis zwölf Stunden im Kopf wider, die sie nicht gemeinsam verbringen, sondern abgeschottet in muffigen Büros.

Wegen des Streits mangelt es beiden an Konzentration und ihre verrichtete Arbeit ist qualitativ schlechter als sonst, auch die Menge der bewältigten Arbeit nimmt proportional zum Stress ab.

Einmal, zweimal geht das gut, aber wenn das öfter vorkommt, wird sich der Chef melden und die schlechte Arbeit bemängeln.

Dabei wäre die Lösung so einfach: Man kommt zehn Minuten später zur Arbeit und klärt die Situation noch am Frühstückstisch. Beide gehen erleichtert zur Arbeit und freuen sich darauf, sich abends wieder zu sehen.

Was ist mit der Arbeitsqualität?

Ein weiteres Beispiel: Du hast ein Projekt übernommen, dass dich geistig fordert und Spaß macht.

[buchtipp]Work-Life-Balance: Job und Privatleben in Einklang bringen (Iris Hammelmann)[/buchtipp]Du arbeitest gerne an diesem Projekt und weißt, dass du gute Leistungen erzielen wirst.

Dummerweise kommen dir die besten Ideen erst am späten Nachmittag, wenn sich das Büro langsam leert und überall die Lichter ausgehen – du bist eine Art „Nachteule“ und kommst erst im zweiten oder letzten Drittel des Tages richtig auf Touren.

Bezahlt wirst du jedoch von 09:00 Uhr bis 17:00 Uhr.

In eben dieser Zeit also arbeitest du relativ unmotiviert und freust dich schon darauf, dass gleich die Kollegen nach Hause fahren.

Da kommt der nächste tolle Einfall und doch: Die Stechuhr ruft, du sollst jetzt bitte gehen.

Google, IBM und viele andere große Unternehmen haben längst erkannt, dass die Arbeitnehmer viel besser wissen, wann und wo sie die besten Ergebnisse erzielen.

Wie kann man Job und Privatleben vereinen?

Wir leben im 21. Jahrhundert, haben faszinierende Technologien zur Verfügung, die uns die Arbeit erleichtern, und dennoch steckt in den meisten Köpfen immer noch der vergiftende Gedanke, dass man Job und Privatleben strikt trennen sollte.

Blödsinn!

Das obige Fallbeispiel (Streit mit dem Partner) spricht für die Nutzung der genannten Technologien. Ein Anruf, eine E-Mail oder eine SMS hätte doch theoretisch ausgereicht, um Bescheid zu geben.

Das wiederum wird sicherlich auch ein-, zweimal toleriert, aber nicht öfter.

Es bleibt dabei: Entweder du kommst pünktlich oder du bekommst Ärger.

Um diesem veralteten Teufelskreis zu entkommen, musst du dein Leben endlich selber in die Hand nehmen.

Folgendermaßen könntest du vorgehen, um in Zukunft mehr von deinem Privatleben als auch von deinem Job zu haben:

  • Du sprichst mit dem Vorgesetzten und erklärst, wie und warum du gerne „anders“ deine Arbeit verrichten möchtest.
  • Du setzt (neue) Prioritäten und entscheidest, was dir im Leben wichtiger ist. Im Zweifel führt bei dieser Einstellung kein Weg an einem neuen Job vorbei.
  • Du machst dich mit deinem Fachwissen selbstständig, um in Zukunft selber über deine Arbeitszeiten entscheiden zu können.

Welche Taktik verfolgst du, um Job und Privatleben unter einen Hut zu bringen?

Bild (C) 123rf.com


Notice: compact(): Undefined variable: limits in /webspace/19/22167/maennlicher.de/wp-includes/class-wp-comment-query.php on line 853

Notice: compact(): Undefined variable: groupby in /webspace/19/22167/maennlicher.de/wp-includes/class-wp-comment-query.php on line 853