Die ursprüngliche Bedeutung des Valentinstags

Einige Männer packen sich vermutlich schon seit sie die Überschrift dieses Artikels gelesen haben, furchtsam an den Kopf. Siedend heiß ist ihnen eingefallen, dass der Tag der Liebe schon wieder vor der Tür steht und nur noch ein paar Tage bleiben, um ein adäquates Geschenk für die Liebste zu besorgen.

Und wofür am Ende? Damit sie einen mit kitschig-rosa Unterwäsche verführt, sauer ist, weil du die falschen Pralinen gekauft hast (weil Laktose-intolerant) und man nicht einmal etwas zurückbekommst, was den ganzen Aufwand wert wäre.

Wer hat diesen Blödsinn eigentlich erfunden?

Wer ist schuld am Valentinstag?

Vor allem verbitterte Singles und noch verbittertere Paare möchten gerne Valentinstag als einen großen Coup der Blumen- und Geschenkkartenindustrie sehen, die so aus der kärgsten Zeit des Jahres noch einen angemessenen Profit herausschlagen können.

Doch das stimmt so nicht ganz. Eigentlich ist Valentinstag schon uralt. Er wurde durch Papst Gelasius zu Ehren des heiligen Valentins im Jahr 469 ins Leben gerufen.

Obwohl der besagte heilige Valentin durchaus dafür bekannt war, dass die von ihm gesegneten Ehen besonders glücklich waren, ging es beim ursprünglichen Valentinstag nicht um die Liebe, sondern viel mehr das Opfer seiner selbst für den Glauben.

Zu einer romantischen Angelegenheit wurde er erst 1383, als der Hofdichter Geoffrey Chaucer sein „Parlament der Vögel“ zu Ehren der Verlobung des 15jährigen Richard II. vortrug. In dem Gedicht geht es darum, wie sich alle Vögel am 14. Februar im Angesicht der Natur versammeln, um einen geeigneten Partner zu finden.

Wenn man also einen Sündenbock sucht, bietet sich Geoffrey Chaucer wunderbar an. Obwohl er absolut nichts mit dem heutigen Wahnsinnskommerz am Hut hat.

Und wer ist jetzt schuld an diesem Kommerz?

Auch hier kann man zunächst keinen wirklich Schuldigen finden, denn der Valentinstag etablierte sich zunächst sehr langsam ab dem 14ten Jahrhundert in England, wo es vor allem darum ging, dass die zufällig ausgelosten Valentinspaare einander schöne kleine Gedichte oder Geschenke schickten.

Dieser noch recht unschuldige Brauch wurde mit in die USA genommen, von wo aus er nach dem zweiten Weltkrieg von amerikanischen Soldaten nach Deutschland gebracht wurde.

Die ursprünglichen Erfinder des Valentisbrauches – die Engländer – hätten sich damals über alle Maßen geschämt, eine industriell gefertigte Karte zu verschenken, die von einem Spruch geziert wird, der nicht der eigenen Feder entstammt. Viel zu persönlich war ihnen die Beziehung zum jeweiligen Valentinspartmner, um diese mit einer Massenware zu schänden.

Die Geschenkkarte selbst wurde auch nur deshalb erfunden, um besonders jungen Valentispaaren, die selbst noch nicht in der Lage waren, sinnige Gedichte zu schreiben, die Pein eines hilflosen Verses zu ersparen.

Allerdings erkannten Papierdrucker ab 1900 die Gelegenheit und fertigten so immer mehr Karten passend zum Valentinstag an.

Richtig schlimm wurde es aber erst um 1950, weil dort zusätzlich zu den Chocolatiers auch noch Juweliere auf den Zug aufsprangen und ihre Produkte als idealen Liebesbeweis zum Valentinstag anpriesen.

Und von da an war das Schicksal des Valentinstags als Terrorakt auf die Geldbörse besiegelt.

Die erste Valentinskarte

Der Valentin, dem wir heute den Blumen- und Pralinenrausch zu verdanken haben, war sehr wahrscheinlich Sankt Valentin von Terni um den sich zahlreiche Legenden ranken.

Er lebte 300 nach Christus, in einer Zeit, in der es immer noch Gladiatorenkämpfe in Rom gab.

Valentin jedenfalls hatte sich den römischen Herrscher Claudius II. zu Feind gemacht, weil er das Wort Jesu verbreitete und nicht etwa dem römischen Glauben anhing. Claudius nahm ihn daher fest und verkündete, dass er sterben müsse, wenn er nicht seinen Glauben änderte.

Valentin sträubte sich natürlich und versuchte stattdessen Claudius von der Bibel zu überzeugen. Auch das gelang nicht, sodass Valentin geköpft wurde.

Vorher jedoch vermählte er heimlich junge Paare und heilte gar ein blindes Mädchen, zu dem er der Legende nach eine tiefe Liebe empfand. Kurz vor seiner Enthauptung schrieb er daher einen Brief an sie, auf dem „From your Valentine“ („Von deinem Valentin“) stand.

Die Phrase „From your Valentine“ steht in englischsprachigen Ländern auf so gut wie jeder Karte, die zum Valentinstag verschenkt wird. Und so ist eine schöne Legende zum Kommerz geworden.

Liebessymbole und was sie bedeuten

Was bedeuten eigentlich die Figuren und Symbole, die die heutigen Karten zieren und wo kommen die jeweiligen Bedeutungen her? Was hat es mit Herzchen und Tauben zu tun? Hier sind die Antworten.

Herz: Stilisiertes Feigenblatt. Feigen- und Efeublätter zierten früher viele Vasen. Vasenmaler stilisierten später diese Blätter zur Herzform. Der Efeu steht dabei für die unendliche Liebe und unter dem Feigenblatt wurde typischerweise etwas verborgen, was zu obszön war, um von anderen gesehen zu werden (z.B. Genitalien). Seinen durchschlagenden Erfolg verdankt das Herz aber wohl auch seiner Ähnlichkeit zu bestimmten weiblichen Intimzonen.

Tauben: Die Taube ist nicht nur ein Friedenssymbol. Die Turteltauben sind bekannt dafür, dass sie sich intensiv liebkosen, bevor die Paarung stattfindet. Außerdem sind Tauben monogam und bekommen eine Menge Nachwuchs. Kein Wunder, dass sie ein Symbol für die Liebe sind.

Amor: Er ist nicht der Gott der Liebe, sondern des „Sich-Verliebens“. Durch seine Liebespfeile trifft er seine Opfer immer direkt ins Herz und führt so manchen auch in eine unglückliche Verliebtheit zu einer unerreichbaren Person.

Apfel: Eigentlich ist der Apfel mehr ein Symbol der Lust denn der Liebe, denn er steht für Symbologen eng im Zusammenhang mit der weiblichen Vulva. Abgesehen davon hat er als Symbol Berühmtheit erlangt, als Dyonisus Aphrodite mit einem Korb Äpfel umworben hat.

Rose: Auch die Rose ist ein antikes Symbol für die Liebe. Die hat sie vor allem als Zeichen der Aphrodite bekommen, die sie gerne in den Händen trug.

Harfe: Auch Harfen sind oft auf den Valentinskarten zu sehen. Oft in Verbindung mit Amor, der auf ihr spielt. Die Harfe hat ihre Bedeutung als Begleitinstrument erlangt, das gespielt wurde, während Liebeslyrik vorgetragen wurde. Die Harfe steht also besonders für die lyrische Liebe.

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