Dein Leben als Zahnrad: Abgestumpft und austauschbar

Kein Arbeitsplatz ist heute noch sicher. Auch deiner nicht.

[statistik ueberschrift=“Sicherheit:“]Laut einer Umfrage machen sich mehr als 40% der Befragten Sorgen um die Sicherheit ihres aktuelles Arbeitsplatzes. (Quelle: SOEP / Statista)[/statistik]Du bist ein kleines Zahnrad in einer riesigen Maschine. Der Betrieb wiederum, in welchem du deinen Job ausübst, ist ebenfalls nur ein Zahnrad in einer noch größeren Maschine.

Der Betrieb kann pleite gehen, dann werden sämtliche Zahnräder überflüssig – oder nur einzelne, besonders stumpfe Zahnräder werden ausgetauscht, weil die Maschine nicht mehr einwandfrei funktioniert. Ersetzt durch neue, frische, scharfkantige, perfekt greifende Zahnräder.

Die Zeiten sicherer Arbeitsplätze ist längst vorüber und dein Ziel sollte es sein, Wertschöpfung an dir selber zu betreiben, um für die Maschine unentbehrlich zu werden!

Rückblick: Früher war alles besser

Vor dem Zeitalter der Industrialisierung, lange vor der Job-Digitalisierung, hat man Berufe erlernt. Heute nennen nur noch wenige Menschen ihren Beruf auch ihre Berufung. Job-Hopping ist voll im Trend – vorbei sind die Zeiten, in denen eine Familie über Generationen den gleichen Beruf ausgeübt hat.

Metzger bringen TV-Moderatoren zur Welt, Hoteliers zeugen IT-Girls, Kindergärtnerinnen ziehen Webdesigner groß und auch du übst mit großer Wahrscheinlichkeit keinen traditionsbehafteten Beruf aus, sondern bist irgendwie in deinen aktuellen Job „reingerutscht“.

Früher war nicht alles besser, aber diejenigen Menschen, die damals handfeste Berufe ausgeübt haben, wurden selten arbeitlos.

Ein Hauptgrund dafür: Im 19. und auch im frühen 20. Jahrhundert waren die meisten Menschen noch selbstständig und mussten nicht vor einem launigen Chef Rechenschaft ablegen, sondern lediglich vor sich selbst.

Entscheidend für den Erfolg waren zweifellos Mut, Ideen und Fleiß: Wer gute Arbeit leistete, wurde reich, wer faul war, wurde arm.

Status Quo: Profit ist alles

Heute, in der zweifelhaften Facebook-Ära, zählen Traditionen nicht mehr. Die Zahl der Selbstständigen hat einen erschreckenden Tiefstand erreicht und die meisten Menschen bangen fast täglich um ihren Job.

[zitat ueberschrift=“Goethe:“]Man kann die Erfahrung nicht früh genug machen, wie entbehrlich man in der Welt ist.[/zitat]Eine Ausbildung, die gestern noch zukunftsträchtig erschien, ist morgen schon überflüssig geworden.

Ein Studium, von dem du glaubst, dass es dich irgendwann nach ganz oben bringt, kann morgen schon wertlos geworden sein.

Profit ist alles. Unmenschliche Gier und fadenscheinige Moralvorstellungen sorgen für Stress bei den Zahnrädern.

Alle paar Jahre wird neu gewählt und die Teilzeit-Politiker schwafeln, schwätzen, schweigen – in beliebiger Reihenfolge.

Du bist austauschbar geworden und – so gemein es klingt – du bist dafür selber verantwortlich. Du lässt dich zu leicht in eine Schublade stecken, aus der du nicht mehr herauskommst.

Freiwillig begibst du dich in die Hände eines beliebigen Betriebs, nimmst die Rolle als Zahnrad auf Zeit sogar dankbar an („Ich kann froh sein, überhaupt einen Job zu haben!“) und wägst dich in Sicherheit.

Du verrichtest – wenn du „Glück“ hast – 40 Jahre die gleiche Arbeit und planst, im Rentenalter das Häuschen abzubezahlen und endlich den Gartenzaun weiß zu streichen.

Du hast dich im Idealfall ein wenig spezialisiert und empfindest absurden Stolz, wenn man dich ganz offen als Fachidioten bezeichnet.

Status Quo: Abhängigkeit und Abstumpfung

Wenn der Wasserhahn tropft, rufst du den Klempner. Wenn du Lust auf Brötchen hast, gehst du zum Bäcker. Wenn das Auto streikt, rufst du den KFZ-Mechaniker. Wenn du unter einer Grippe leidest, gehst du zum Arzt. Wenn du Streit mit den Nachbarn hast, rufst du den Anwalt. Wenn du Veränderung willst, wählst du einen Volksvertreter.

Diese Liste können wir endlos weiterführen – worauf ich jedoch hinaus will:

Wer ruft dich, wenn er die Lösung für ein bestimmtes Problem sucht? Wer braucht dich wirklich? Ist dein jetziger Arbeitgeber etwa zu dir gekommen und hat dich gebeten, für ihn zu arbeiten?

Nein, du hast dich beworben, dir einen Anzug für das Vorstellungsgespräch gekauft, dem Personalchef Honig ums Maul geschmiert, deinen Lebenlauf getunt. Statistisch gesehen hast du das sogar mehr als einmal gemacht, bei völlig verschiedenen Betrieben.

Jetzt sitzt du womöglich – genau wie ich, da ich diesen Artikel schreibe – auf einem mehr oder weniger bequemen Stuhl und liest in der Pause diesen Text. Vielleicht liest du dies hier auch abends oder morgends im Zug.

[zitat ueberschrift=“Robert Frost:“]Wenn man ganz bewusst acht Stunden täglich arbeitet, kann man es dazu bringen, Chef zu werden und vierzehn Stunden täglich zu arbeiten.[/zitat]Spätestens am Montag geht es wieder los: Du fügst dich in die komplexe Maschine ein und drehst dich – die Richtung gibt „der Chef“ vor.

Fazit: Du drehst dich auf der Stelle. Du kommst nicht vorwärts und doch spürst du bereits erste Abnutzungserscheinungen. Du langweilst dich und freust dich – es ist doch zum Heulen! – auf die Couch zuhause und den obligatorischen Fernseher, der dich in den Schlaf singt.

Verschnaufpause:

Zugegeben, ich male ein ziemlich schwarzes Bild unserer Gesellschaft. Es trifft nicht auf jeden Arbeitnehmer zu und womöglich fühlst du dich angegriffen.

Vielleicht glaubst du, wichtig zu sein, ja sogar wertvoll.

Du kannst mir glauben, dass ich das auch so sehe. Du bist wichtig und wertvoll – als Mensch, für Familie und Freunde.

Nicht jedoch für die Maschine selbst.

Ausblick: 15 Fragen, die dein Leben verändern

Diese zweite Ausgabe unseres kostenlosen Männermagazins dreht sich um Job und Karriere.

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