Bist du homophob? Wenn ja, warum eigentlich?

Homophobie ist weit verbreitet. Weiter sogar als Homosexualität selbst!

Das bedeutet auf Deutsch: Es gibt mehr Schwulenhasser, als es Schwule gibt.

Ist das nicht verrückt?

Abgesehen davon, dass jeder selbst entscheiden sollte, mit wem er in die Kiste springt – was geht dich das an?

Homophobie ist typisch männlich

Vielleicht hast du dich in deinem Freundes- oder Bekanntenkreis auch schonmal über das Thema „Homosexualität“ unterhalten.

Wurde die Liebe unter Männern in eurer Runde offen diskutiert? Vermutlich nicht – Schwulenhass ist Männersache.

Die meisten Männer, mit denen ich mich bisher darüber unterhalten habe, lehnen Homosexualität kategorisch ab.

Es sei falsch, krank oder gar gefährlich – normal jedoch nicht.

Das mag ja sogar stimmen, zumindest dann, wenn Normalität als das definiert wird, was die meisten Menschen tun und/oder für richtig halten.

Normalität sollte jedoch in einer aufgeklärten Gesellschaft nicht von nackten Zahlen abhängig gemacht werden. Außerdem sollte Normalität (oder eben das Fehlen derselben) überhaupt kein Argument dafür sein, andere Lebewesen anders oder sogar schlechter zu behandeln.

Dennoch: Ein Großteil der männlichen Bevölkerung lehnt Homosexualität ab.

Bei Frauen wird das Thema meist sehr viel liberaler diskutiert. Ich habe in meinem Leben bisher noch keine Frau kennengelernt, die das „Schwulsein“ als falsch oder sogar krank abgetan hätte.

Wie kommt das? Was stört dich so sehr an Homosexuellen? Oder was stört deine Freunde, Kumpels und Bekannten?

Ist die Phantasie schuld? Die Tatsache, dass Männer sich gegenseitig – du weißt schon?

Das wäre ziemlich kurzsichtig, denn viele hetereosexuelle Paare leben ihre „griechischen Vorlieben“ im Bett aus. So verschieden ist das nicht.

Es muss also an etwas anderem liegen – bloß was könnte das sein?

Manchmal könnte ich ebenfalls ausrasten!

Irgendwie kann ich die latent vorhandene Schwulenfeindlichkeit dennoch nachvollziehen.

Als ich früher noch regelmäßig in Köln auf Parties war, habe ich durchaus meine negativen Erfahrungen mit Männern vom anderen Ufer gemacht.

Manche sind aufdringlich, andere pöbeln, ein paar suchen Streit, viele kennen ihre Grenzen nicht.

Viel schlimmer jedoch finde ich verklemmte Kommunikation mit den meisten Homosexuellen.

Ich unterhalte mich gerne mit Menschen und ich höre auch gerne zu, aber wenn mir jemand sagt: „Naja, als Schwuler hat man es nicht leicht…“ – „Achja, ich bin übrigens schwul, ich hoffe das stört dich nicht?“ – „Du hast bestimmt auch was gegen mich, weil ich schwul bin, oder?“

Alter Schwede! Worin liegt das Problem vieler Homosexueller, ihre Neigung einfach für sich zu behalten?

Ich schwatze doch auch nicht munter drauflos und lasse solche Sätze vom Stapel: „Übrigens, ich steh‘ auf Frauen. Ist das okay für dich?“ – „Hey, nur damit wir uns richtig verstehen: Ich bin hetero!“

Letztlich interpretiere ich diese Vorkommnisse aber nur als Beweis dafür, dass es in unserer Gesellschaft massive Kommunikationsprobleme gibt. Nicht nur zwischen Schwulen und Nicht-Schwulen.

Die meisten Männer sind „bi“

Übrigens: Statistiken zufolge sind die meisten Männer bisexuell. Nicht dauerhaft – eher phasenweise, vornehmlich logischerweise in der Pubertät.

Es wäre ja auch praktisch, „bi“ zu sein. Man könnte – ganz nach Lust und Laune – mit jedem Menschen flirten und müsste sich nicht auf Frauen beschränken.

Interessant wäre auch zu erfahren, wie viele Männer sich outen würden, wenn sie wüssten, dass es kein Schwein mehr interessiert…

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