Auf Facebook ohne Missverständnisse mit dem Partner kommunizieren

Social Media erobert die Welt. Irreversibel wie es scheint. Und wer da nicht mitmacht, ist selbst schuld.

[statistik]Laut einer internen Erhebung waren im Juli 2011 knapp 20 Millionen deutsche User bei Facebook aktiv. (Quelle: Facebook Ads)[/statistik]Ich bin selbst ein großer Fan von Facebook und Co. und möchte die tollen neuen Möglichkeiten, die sich uns damit eröffnen, wirklich nicht an den Pranger stellen.

Aber eine Sache ist mir schon immer sauer aufgestoßen, wenn es um virtuelle Plattformen ging und das ist die digitale Kommunikation.

Speziell die Kommunikation mit dem Partner.

Was ist Kommunikation überhaupt?

Klar, Kommunikation bedeutet, nüchtern betrachtet, dass mindestens zwei Personen miteinander agieren und dabei Informationen austauschen. Diese Informationen können auf zwei Wegen übermittelt werden – verbal und nonverbal.

Verbal bedeutet, dass Wörter zu Sätzen geformt werden, die Sinn ergeben und eine Information enthalten. Zum Beispiel „Der Himmel ist blau“. Hier geht es, wie gesagt, nur um den reinen Informationsgehalt der Mitteilung. Das beste Beispiel für Verbale Kommunikation ist ein Computer mit Sprachausgabe.

Nonverbal hingegen umfasst alles um die reine, oben genannte, Information herum. Zum Beispiel ob der Sprecher beim Reden gelächelt hat, ob er aufrecht stand und ob der Klang seiner Stimme freudig war. Letztendlich gibt die nonverbale Kommunikation den Ausschlag darüber, wie eine Information aufgefasst wird. Ein Pantomime kommuniziert so rein nonverbal mit uns.

Daher sind eigentlich für eine gesunde Menschliche Kommunikation beide Teile unentbehrlich. Ohne die verbale Kommunikation begreift man nicht, worum es geht und ohne die nonverbale Kommunikation erkennt man nicht, wie der Sprechende sich fühlt und wie man auf ihn am besten reagieren sollte.

Das Hauptproblem bei der Kommunikation via Facebook ist, dass die nonverbale Kommunikation grundsätzlich komplett wegfällt. Alles, was durch Chat und Status ankommt, sind Statements, also Sätze mit reinem Informationsgehalt.

Naja, ganz so ist es dann doch nicht. Da die menschliche Kommikation per Computer so extrem beschnitten ist, wurden Verständnishilfen „erfunden“, die den Lesern helfen, die Statements besser zu verstehen: Emoticons ( :-) :-D O.o ), Aktionswörter (*lach*) und Soundwörter (*hihihi*).

Diese dienen sozusagen als Ersatz für die fehlende nonverbale Kommunikation.

Das war nicht so gemeint!

Aus dem oben genannten Grund kann es bei der digitalen Kommunikation sehr schnell passieren, dass jemand eine eigentlich ironisch gemeinte Nachricht in den falschen Hals kriegt, weil beispielsweise ein *zwinker* fehlt, um dem Leser klar zu machen, wie es wirklich gemeint ist. „Mein neuer Kollege ist sooo attraktiv“ ließt sich nun einmal komplett anders als „Mein neuer Kollege ist sooo attraktiv *zwinker*.“.

Natürlich sind Emoticons und Co in gewisser Weise kindisch, aber sie helfen Missverständnisse zu verhindern und können so lästige Streitgespräche bei zu Eifersucht neigenden Paaren prima beseitigen.

Wem diese Emoticons tatsächlich zu doof sind (ich zähle mich durchaus auch dazu), der sollte, wenn ihm blöde Missverständnisse zuwider sind, seine Nachrichten so formulieren, dass man sie eben nicht mehr falsch verstehen kann.

Facebook und die Eifersucht

„Ich mag meinen neuen Kollegen.“ Während Freunde und Familie diese Meldung wohl eher als neutral sehen und sich wahrscheinlich für die Schreiberin freuen würden, kann ein leicht paranoider Freund da schon Sachen reinlesen, die selbst Freud nicht finden würde.

Missverständnisse sind bei Facebook leider an der Tagesordnung. Oft reicht sogar ein ausversehen falsch gesetzter Punkt oder ein Fehler bei der Rechschreibung, dass eine Nachricht anders aufgefasst wird, als sie gemeint war.

Wenn du dich irgendwie bei diesem Problem wiederfinden kannst, raten wir dir, dass du zunächst ein zweites Mal auf die Nachricht schaust und dich fragst, was wohl ein anderer Mensch als du davon halten würde. Oft werden dann Sätze wie „Ich mag meinen Kollegen.“ im Kopf von „Ich werde demnächst mit meinem Kollegen schlafen.“ zu „Ich bin echt froh, dass mein neuer Kollege kein Arsch ist.“ umgewandelt und du kannst dich wieder besser fühlen.

Schnöde Facebook-Nachrichten missverstehen kann jeder. Gib dir also ein wenig Mühe und versuche herauszufinden, was deine Freundin wirklich damit meint.

Tina Maus changed her Relationship Status to „Single“

Wie bereits gesagt, halte ich Facebook für eine tolle Sache. Allerdings wird der virtuelle Raum immer öfter dazu missbraucht, Streits und andere Unstimmigkeiten dort auszutragen. Beziehungsstreits gehören dabei sicherlich zu den unangenehmsten. In den USA hat es sich inzwischen schon zu einem echten Trend entwickelt, so seine Streits öffentlich auszutragen und auf Kommentare von Freunden und Familie zu hoffen, die dann Stellung dazu nehmen.

So therapeutisch ein Beziehungsstreit vor einem Psychologen sein kann, so kontraproduktiv ist es, die große weite Welt wissen zu lassen, wie man übereinander denkt. Es entblößt beide Partner unterhalb der Gürtellinie und kann so zu größeren Peinlichkeiten führen als man denkt. Und: Facebook vergisst nicht. Keine der Beleidigungen, die man sich dort gegenseitig an den Kopf wirft, kann man dort wieder ungehört – oder besser ungelesen – machen und bewirkt so, dass ein Streit, der eigentlich eine Lappalie zwischen zwei leidenschaftlichen Menschen war, von Freunden und Bekannten immer und immer wieder aufgegriffen wird.

Abgesehen davon: alle Menschen, die ihre Partner durch eine Statusänderung von „In einer Beziehung“ zu „Single“ oder „Es ist kompliziert“ wissen lassen, wie sie über die Beziehung denken, sollten grundsätzlich noch einmal ihre Herangehensweise überdenken. Ist der Partner wirklich so wenig wert, dass man sich nicht einmal die Zeit nehmen kann, es ihm von Angesicht zu Angesicht zu sagen?

Sehen wir uns noch?

Die letzte Sache, die ich in Sachen Facebook noch anbringen möchte, ist, dass der virtuelle Raum immer mehr Menschen dazu verführt, sich mit einer heißen Tasse Tee vor den Laptop zu kuscheln und von dort aus mit allen lieben Menschen zu interagieren anstatt sie IRL (im echten Leben) zu treffen.

Das hat natürlich einerseits den Vorteil, dass man sich nicht auf nur einen Menschen oder eine Menschengruppe festlegen muss und sogar mit zwei Menschen gleichzeitig „sprechen“ kann, die einander sonst aufs Blut hassen. Was ja gar kein Problem ist.

Problematisch wird es andererseits, wenn wenn man seinen Partner, seinen „Schatz“, als weiteren Chatpartner unter 10 anderen spricht anstatt intime Zeit mit ihm zu verbringen, in der man einander wahrlich näher kommen könnte.

Ich persönlich finde diesen Gedanken sehr verwerflich und würde immer lieber ein persönliches Treffen vorziehen (ja, auch nur für eine Stunde!) als via Chat zu kommunizieren.

Natürlich spreche ich da nicht für alle. Also: Was denkst du zu dem Thema?

Bild (C) 123rf.com


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