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Hilfe, ich wurde verprügelt und habe Angst. Wie soll ich mich verhalten?

von maennlicher.de am 2. Mai 2011

Der berühmt-berüchtigte Maifeiertag ist vorüber und nun heißt es für einige Männer: Wunden lecken.

Ein blaues Auge sieht nicht nur scheiße aus – es verdammt jeden Mann dazu, im Spiegel jemanden zu sehen, der wortwörtlich geschlagen wurde. Klar, das kann passieren.

Trotzdem tut es weh und das ist eben das Problem.

Mit wem soll man darüber sprechen, dass man sich in seiner Männlichkeit eventuell beeinträchtigt fühlt?

Mit den Kumpels, die bei der Maiwache den Faustkampf besoffen gröhlend bejubelt haben?

Oder mit der Partnerin, die das primitive Territorialverhalten am 1. Mai ohnehin bescheuert findet?

Akzeptiere die Niederlage wie ein Mann

Das klingt vermutlich abgedroschen und oberflächlich, aber dir muss bewusst werden, dass auch das Veilchen nicht wirklich beeinflussen kann, ob und wie männlich du bist!

Es ist eine Sache der Einstellung – manche Männer nehmen das blaue Auge auf die leichte Schulter und lachen am nächsten Tag darüber.

Andere hat es vielleicht etwas härter getroffen (haha) und diese Männer haben es viel schwieriger, mit der Situation so umzugehen, dass sie nicht geschwächt und ängstlich sind.

Deine Checkliste:

- Versuche darüber zu lachen

- Du darfst auch weinen

- Höre auf dein Bauchgefühl

Wichtig ist vor allem, ob du tatsächlich verprügelt wurdest oder ob es sich um eine “faire” Auseinandersetzung gehandelt hat: Wer verprügelt wird, der fühlt sich wie ein Häufchen Elend und schämt sich vermutlich auch.

Sowohl der körperliche Schmerz als auch die seelischen Verletzungen können auch die sogenannten “gestandenen Männer” ziemlich lange aus der Bahn werfen!

Problem: Verlust der (scheinbaren) Macht

“Die eigene Ohnmacht wird häufig mit Macht und Mobbing an andern kompensiert, statt die Führung seines eigenen Lebens in die Hand zu nehmen.” (Monika Minder)

Es gibt kaum ein schlimmeres Gefühl als die Ohnmacht. Wir fühlen uns in ungerechten und unfairen Situationen niemals wohl. Das trifft sogar dann zu, wenn die Ungerechtigkeit oder mangelnde Fairness uns garnicht betrifft.

Wichtige Hinweise:

- Ohnmacht geht vorüber

- Bleib selber fair

- Übe keine Selbstjustiz

Ein Beispiel: Fußball oder andere Sportarten. Jedes unsportliche Foul wird auch von uns Zuschauern im Stadion oder vor dem Fernseher wüst kommentiert – das unfaire Verhalten betrifft uns persönlich.

Das Stichwort ist wie bereits erwähnt die Ohnmacht: Wir würden bei der Blutgrätsche im 16er oftmals gern selber auf den Platz gehen und für “Recht und Ordnung” sorgen…

Die Macht auf geistiger Ebene nutzen

“Furcht ist der Pfad zur dunklen Seite. Furcht führt zu Wut, Wut führt zu Hass, Hass führt zu unsäglichem Leid.” (Meister Yoda aus Star Wars)

Du solltest dringend davon absehen, Angst in dir wachsen zu lassen. Es wäre zwar natürlich, dass du in Zukunft vorsichtiger bist und besser aufpasst, wenn du dich in bestimmten Kreisen bewegst – aber es wäre auch dumm.

Du hast Schläge kassiert, okay. Du fühlst dich mies, okay. Du willst das Gefühl loswerden, okay.

Du wirst es jedoch nicht loswerden, wenn du nun den typischen Weg von der Angst über die Wut zum Hass und schließlich zur Gewalt gehst.

Der Schlüssel zum wahren Sieg über Angst, Wut, Hass und Gewalt ist deine Einstellung zu dir selbst als Mann. Konzentriere dich darauf.

Was du tun solltest und was nicht

Das solltest du jetzt auf keinen Fall tun, denn es bringt noch mehr negative Gefühle, schürt deine Angst und führt zu nichts außer noch mehr Gewalt, Schmerz und eventuell noch einer Niederlage:

  • Rache nehmen
  • Waffen bei dir tragen
  • Gefühle verdrängen
  • Dich selber hassen

Das wird dir helfen, mit der Ohnmacht klar zu kommen – auch wenn es dir unmännlich erscheint, über deinen Schmerz mit Freunden zu sprechen, solltest du dir klar machen, dass deine Männlichkeit von anderen Faktoren abhängt als der Fähigkeit, anderen Menschen Schmerzen zuzufügen:

  • Mit Freunden sprechen
  • Sport treiben
  • Selbstverteidigung lernen
  • Meister Yoda zuhören

Was dich nicht umbringt, das…

Ein sehr männlicher Spruch – und eigentlich ziemlich primitiv.

In diesem speziellen Fall jedoch ist es vielleicht keine schlechte Idee, diesen Spruch zu beherzigen und dich darüber zu freuen, dass du lebst und – trotz Veilchen – gesund und munter bist.

Nicht vergessen:

- Du lebst noch

- Es ist vorbei

- Du darfst loslassen

Es hätte schlimmer kommen können.

Wichtig ist außerdem, dass du nun einen klaren Kopf bekommst / behältst und dich auch nicht zu irgendwelchen Racheaktionen anstacheln lässt.

Deine Chance, zurückzuschlagen und ohne rechtliche Konsequenzen davon zu kommen, ist Vergangenheit.

Du musst nun akzeptieren, dass auch Männer geschlagen werden können. Und zwar im doppelten Sinne.

Angst- und Panikattacken loswerden: Tja, der obige Text hilft nur dann, wenn es für dich ausreicht, mit der Angst offener umzugehen. Manchmal überwiegt jedoch die Panik in uns und wir brauchen etwas anderes. Das bewährte Programm bei wegmitderpanik.de dürfte in diesem Fall für dich von großem Interesse sein: Jetzt reinschauen!

Bild CC 2.0 by diongillard / Flickr