Fritz Gunter Sachs (†) – Mann der Woche (19 / Zweitausendelf)

Am 07. Mai ist einer der letzten Playboys gestorben. Fritz Gunter Sachs hat sich für den Freitod entschieden, um auch im letzten Moment Herr der Lage bleiben zu können.

Gunter Sachs war an Alzheimer erkrankt und wollte in Würde sterben.

„Der Verlust der geistigen Kontrolle über mein Leben, wäre ein würdeloser Zustand, dem ich mich entschlossen habe, entschieden entgegenzutreten.“ (Zitat aus seinem Abschiedsbrief1)

Er wurde 1932 auf Schloss Mainberg als Sohn des erfolgreichen Unternehmers Willy Sachs geboren. Auch Willy Sachs litt scheinbar unter Depressionen und nahm sich 1958 ebenfalls eigenhändig das Leben.

Gunter Sachs wuchs nach der Trennung seiner Eltern im Waisenhaus auf und kam später mit seinem Bruder zu seiner leiblichen Mutter Elinor von Opel in die Schweiz.

Eine prägnante und sachliche Zusammenfassung bietet der folgende Beitrag bei 3sat aus der Sendung „Kulturzeit“:

Die frühen Jahre des berühmten Playboys

Gunter Sachs war fleißiger Student der Mathematik und Wirtschaftswissenschaften, außerdem absolvierte er eine Lehre als Feinmechaniker und Banker.

Seine erste Frau starb – genau wie sein Vater – im Jahr 1958. Sie erlag den Folgen eines Narkosefehlers.

Das Image als Playboy bekam Gunter Sachs spätestens zu der Zeit, in der er mit der damaligen persischen Kaiserin Soraya Esfandiary Bakhtiary ein Verhältnis hatte. Wenig später propagierte Gunter Sachs die freie Liebe und machte zeitgleich den heute so populären Urlaubsort St. Tropez in Frankreich bekannt.

Schneller Sex und eine lange Ehe

1966 heiratete Gunter Sachs das schwedische Model Brigitte Bardot – diese Ehe hielt nur knapp drei Jahre. Kurze Zeit später jedoch schien der Playboy „die Richtige“ gefunden zu haben, als er 1969 wiederum ein schwedisches Model (Mirja Larsson) heiratete. Sie blieben bis zu seinem Suizid ein Paar.

Die kunstvollen Jahre: Film und Fotografie

Bekannt war Gunter Sachs für seine Filme, die er von 1963 an drehte und für seine Akt-Fotografien, mit denen er nicht nur viele Preise, sondern auch viel ehrfürchtige Aufmerksamkeit gewinnen konnte.

Er war ein Künstler, der den Surrealismus liebte und vielfältig in seine Werk einflocht. Er mochte das Außergewöhnliche, er war ein Grenzgänger. Er war reich und berühmt, aber er blieb doch auf dem Teppich.

Gunter Sachs, der reiche Weltenbummler mit Herz

Gunter Sachs, der immerhim 78 erfüllte Jahre unter uns gelebt und die Welt mit seiner besonderen Art bereichert hat, ist unser Mann der Woche, weil er Schneid hatte!

Er war mutig genug, seinem Leben eigenständig ein Ende zu bereiten. Er hat seine Geschichte bewusst mit einem Punkt enden lassen. Womöglich hatte er Angst vor dem Ungewissen, fürchtete sich davor, mit Schnabeltasse und Herzschrittmacher in einem Spital für „reiche Alte“ zu enden…

Er hat die Menschen stets inspiriert und war gerade für Männer ein großes Vorbild – er hatte alles, was sich auch heute viele Männer noch als die Erfüllung eines Lebenstraums vorstellen.

Geld, Autos, Häuser und natürlich Frauen.

Eines seiner wichtigsten Zitate lautet jedoch überraschenderweise so:

„Mit Sportwagen und teuren Anzügen kann man zwar auf sich aufmerksam machen, nachhaltig beeindrucken kann man Frauen damit aber nicht.“ (Quelle2)

Dieser Artikel soll ihn ehren und es somit möglich machen, dass Fritz Gunter Sachs auch unseren Lesern positiv in Erinnerung bleibt.

1 Foto des Abschiedbriefs in der BILD
2 Zeit Online 08. Mai 2011