Dresscodes für Männer: Das passende Outfit für jeden Anlass

Wir entschlüsseln heute den Dresscode für Männer, der nicht nur im Jahr 2011 Gültigkeit hat, sondern als genereller Wegweiser durch den Modedschungel dienen soll.

Wer sich nur ein wenig Zeit nimmt, wird in Zukunft rasch und zielsicher das passende Outfit für jeden Anlass finden.

Einleiten möchten wir unseren Aufklärungsartikel mit einem gelungenen Zitat von Marie von Ebner-Eschenbach:

„Man darf anders denken als seine Zeit, aber man darf sich nicht anders kleiden.“

Sinn von Dresscodes im 21. Jahrhundert

Dresscodes (dt.: „Kleiderordnungen“) ändern sich im Laufe der Zeit und sind modischen Strömungen unterworfen.

Früher galten andere Kleiderordnungen als heute – auch die Konsequenzen bei Nichteinhalten des Dresscodes haben sich gewandelt. Heute wird man schief angeschaut und im schlimmsten Fall von einer Veranstaltung ausgeschlossen, wenn man „unangemessen“ gekleidet ist. Mit Gefängnisstrafen oder Schlimmerem muss man im aufgeklärten Europa nicht mehr rechnen.

Wann ist ein Dresscode sinnvoll? Immer dann, wenn man als Veranstalter eine bestimmte Atmosphäre erzeugen möchte. Ein paar fiktive Beispiele dazu:

  • Die Firmenleitung möchte, dass im Büro aus Gründen der Seriösität wenigstens ein Jackett und lange Hosen getragen werden. Krawattenzwang besteht nicht, jedoch sollten Mitarbeiter mit Kundenkontakt ihre Krawatte nicht zuhause vergessen.
  • Ein Clubbesitzer möchte, dass seine Gäste sich „besonders“ fühlen und verlangt daher von seinen Türstehern, Männer und Frauen in Jeans grundsätzlich nicht hereinzulassen.
  • Die Geschäftsführung einer Kunstgalerie möchte, dass die Besucher sich wohl fühlen und durch enge Anzüge nicht daran gehindert werden, sich in Ruhe hinzusetzen und die Ausstellung zu genießen. Es ist lediglich vorgeschrieben, geschlossene Schuhe zu tragen und Knie und Schultern zu bedecken.

In allen drei Beispielen entscheidet der Veranstalter, welcher Dresscode gelten soll. Es liegt am Veranstalter, die Kleiderordnung zu kommunizieren und am Besucher, die Kleiderordnung einzuhalten.

Wofür Dresscodes nutzen?

– Wahrung der Etikette

– Das Niveau halten

– Gleichgesinnte erkennen

Weitere Beispiele sind denkbar; im Mannschaftssport haben sich die Trikots etabliert, die innerhalb der Mannschaft signalisieren, wer zu wem gehört.

Bei bestimmten Tennisveranstaltungen (Wimbleton Championships) wird auch heute noch gefordert, dass mindestens 90% der Kleidung des jeweiligen Sportlers weiß sein muss.

Nachfolgend möchten wir auf generell anerkannte Dresscodes, ihre Bestimmung und den gesellschaftlichen Nutzen eingehen.

Konkrete Dresscodes für Männer

„Der Mode entkommt man nicht. Denn auch wenn Mode aus der Mode kommt, ist das schon wieder Mode.“ (Karl Lagerfeld)

Mode und die zugehörigen Kleiderordnungen lassen sich in zwei Kategorien gliedern: Den geschäftlichen Anlass und den privaten Anlass.

Kleiderordnung bei geschäftlichen Anlässen

Zuerst widmen wir uns dem geschäftlichen Anlass und erklären die heute gültigen Dresscodes für typische Veranstaltungen.

  • Geschäftskleidung („business attire“) – Bei der Kleiderordnung im Business-Bereich hat sich der sogenannte Geschäftsanzug durchgesetzt, der aus einem seriösen Anzug mit Krawatte besteht oder als Dreiteiler durch eine passende Weste ergänzt wird. Die Geschäftskleidung wird international sehr ähnlich getragen und das obige Beispiel gilt fast überall auf der Welt.
  • Bürokleidung („business casual“) – Die Bürokleidung wird von der Geschäftsführung vorgeschrieben und kann sich an der Business-Kleidung orientieren oder sogar an Freizeitkleidung. Es kann auf Krawatten, Weste und sogar auf den Anzug verzichtet werden, wenn die Geschäftsführung damit einverstanden ist. Je moderner (oder neuer) das Unternehmen ist, desto eher tendiert der Dresscode in Richtung „casual“.
  • „smart casual“ – Ein Trend aus den USA, der die gerade erwähnte Bürokleidung quasi überflüssig macht. Während bei der klassischen Bürokleidung meist nur auf Krawatten uns sonstige „Business-Etiketten“ verzichtet werden darf, ist es beim Dresscode für „smart casual“ scheißegal, was man anzieht. Kurze Hose, T-Shirts, Flip-Flops und je nach Unternehmen sogar Tank-Tops – alles, was der jeweilige Träger als „smart“ empfindet, kann er auch anziehen.

Kleiderordnung bei privaten Anlässen

Bei privaten Anlässen ist die Wahl der passenden Kleidung nicht so wichtig wie im Geschäftsleben, denn – wie schon oben in der Einleitung erwähnt – die Nichteinhaltung des Dresscodes bedeutet im privaten Rahmen nicht den Verlust des Jobs, die Ablehnung beim Bewerbungsgespräch oder den Ausschluss von einer Veranstaltung.

Bei privaten Anlässen ist es doch meistens so, dass man „sich kennt“ – ein wenig Individualität sollte daher durchaus erlaubt sein.

  • Hochzeit / Dresscode: Anzug o. leger – Die Hochzeit ist eine der wenigen Veranstaltungen, die es Männern leichter als Frauen machen, zumindest im Bezug auf die Wahl der Kleidung. Falls kein expliziter Dresscode auf der Einleidung angegeben wurde, kannst du dich entweder bei der Familie über die gewünschte Kleidung informieren oder einen „normalen“ Anzug (zweiteilig + Krawatte) tragen. Damit macht man(n) nichts falsch. Falls man dich dazu ermutigt, in beliebigen Klamotten zu erscheinen, solltest du dir den Gefallen tun, das anzuziehen, worauf du Lust hast.
  • Beerdigung / Dresscode: Hauptsache „schwarz“ – Bei Beerdigungen kommt es ebenfalls darauf an, wie gut du die Familie des Verstorbenen oder den Verstorbenen selbst kennst. Prinzipiell ist es heutzutage relativ egal, welche Art von Kleidung du zur Beerdigung trägst. Solange es sich um dunkle Kleidungsstücke handelt, machst du nichts falsch!
  • Geburtstagsfeier / Dresscode: k.A. – Bei Geburtstagen kommt es darauf an, ob du zur Party deines besten Freundes oder zur Party der Eltern deines besten Freundes eingeladen bist. Im ersteren Fall wirst du wahrscheinlich die freie Wahl in punkto Kleidung haben, im letzteren Fall solltest du dich besser darüber informieren.

Der Gentleman / Männermode in 60min

Wer sich näher mit den jeweiligen Kleiderordnungen und ihrem Ursprung beschäftigen möchte, dem sei das von Einsteigern wie Experten hervorragend bewertete Fachbuch Der Gentleman: Handbuch der klassischen Herrenmode ans Herz gelegt!

Der Autor (Bernhard Roetzel) meistert die schwierige Aufgabe, auch dem Einsteiger alle Elemente der klassischen Herrenmode (Maßhemden, Maßschuhe, der richtige Anzug, Krawatten-Beratung, etc.) verständlich zu machen.

Alternativ zum 300+ Seiten schweren Kompendium von Bernhard Roetzel können wir das eher schmale Büchlein Männermode in 60 Minuten von Stefan Thull empfehlen.

Der Autor bringt alle wichtigen Aspekte der modernen Männermode so rüber, dass man(n) nach spätestens 60 Minuten weiß, wie man sich wo zu kleiden hat.

Männer, die konkrete Style-Tipps statt ausschweifender Monologe über klassische Herrenmode lesen möchten, sollten hier unbedingt zugreifen!

Bild CC 2.0 by Paul Goyette / Flickr