Dresscode für Beerdigungen: Was zieht man(n) an, wenn getrauert wird?

Beerdigungen sind eine unangenehme Sache. Den Dresscode für Beerdigungen zu verstehen ebenfalls!

Denn neben dem Umstand, dass man eigentlich nur einen geliebten Angehörigen oder einen Verwandten angemessen verabschieden möchte, gilt es, besonders bezogen auf den Dresscode, einiges zu beachten, wenn man an einer Beisetzung teilnimmt.

Unser Dresscode-Ratgeber hilft dir dabei, die passende Kleidung für jede Beerdigung zu finden.

Die Familie bestimmt den Dresscode

Eine Beerdigung erfordert viel Einfühlungsvermögen deinerseits, denn es ist optimal, wenn du dich so kleidest, wie es die Familie für angemessen hält. Wenn du einfach gar nichts falsch machen möchtest, hältst du dich schlicht an den Knigge – aber dazu später.

Was wir damit meinen, wenn wir sagen, dass du dich an der Familie des Verstorbenen orientieren sollst?

Klamotten-Loyalität

Orientiere dich bei deiner Kleiderwahl immer an der Familie des Verstorbenen.

Eigentlich ganz selbstverständlich. Es gibt sehr traditionsreiche Familien (wir vermeiden sorgsam das Wort „spießig“), denen die Etikette heilig ist.

Ob der Verstorbene selbst diese Meinung vertreten hat, ist leider egal, denn letztendlich musst du dich auf einer Beerdigung sensibel der Familie gegenüber verhalten und dieser Beistand leisten.

Auf einer traditionsbewussten Beisetzung kannst du damit rechnen, dass sich die Anghörigen streng nach dem Knigge richten. Du solltest das dann auch tun.

Ganz anders läuft es dagegen in anderen Familien ab, wo die Beerdigung zu Ehren des Verstorbenen abgehalten wird. Hier könnte es mehr erwünscht sein, wenn auch du das tust, was der Verstorbene gut gefunden hätte. Hat dieser beispielsweise sein Leben lang Anzüge bescheuert gefunden, kannst du auf so einer Beerdingung locker in Jeans mit einem bunten Hemd auftauchen.

Pass aber auf, dass du nicht in ein fieses Fettnäpfchen trittst: Viele Familien tun immer ganz locker, nur um dann bei Beerdigungen etc. empört auf jeden zu reagieren, der den Schneid hat, sich frei zu kleiden. Daher gilt: Wenn du ganz genau weißt, wie die Familie tickt, kannst du dich dementsprechend kleiden. Wenn du dir nicht ganz sicher bist, folgst du dem Knigge…

Der Beerdigungs-Dresscode nach Knigge

Faustregel

Nach dem Knigge ist ein dunkler Anzug mit weißem Hemd und schwarzen Schuhen ideal.

Der Knigge ist in Sachen Kleidung für Beerdigungen überraschend einfach und kurz gehalten.

Männer bekleiden sich bei einer Beisetzung vorzugsweise mit einem schlichten Anzug in dunklen, gedeckten Farben. Er muss nicht schwarz sein, beispielsweise dunkelblau, anthrazit oder dunkelbraun sind vollkommen okay – nur schrille Muster und schreiende Farben sind tabu.

Unter dem Anzug trägt man üblicherweise ein weißes Hemd (ebenfalls schlicht) mit einer schwarzen Krawatte. Socken und Schuhe sollten schwarz sein.

Als absolut stillos und peinlich gelten nach dem Knigge kurze Arme und Beine. Ebenso dürfen Männer keine Hüte oder andere Kopfbedeckungen auf Beerdigungen tragen – das ist den Frauen vorbehalten. Selbstverständlich sollte auch niemand versuchen, das schlichte Outfit mit schrillen Accessoires aufzupeppen.

Muslimische Beerdigungen in Deutschland

Der Knigge ist rein christlich geprägt und kann daher nicht für Beerdigungen anderer Religionen zählen. Häufig stehen Männer ratlos vor ihrem Kleiderschrank, wenn ein muslimischer Freund verstorben ist und wissen nicht, welchen Dresscode es bei einer muslimischen Beisetzung zu beachten gilt.

Das erste Problem, mit dem sich muslimische Familien in Deutschland bei einer Beisetzung konfrontiert sehen, ist, dass beinahe alle Friedhöfe auf deutschem Boden christlich sind und daher auch eine christliche Etikette eingehalten werden muss. Das führt oft dazu, dass der Verstorbene in ein muslimisches Land überführt wird, wo er dann angemessen beigesetzt werden kann.

Findet jedoch die Beerdigung in Deutschland statt (in Berlin beispielsweise gibt es einen rein muslimischen Friedhof, wo auch die entsprechende Etikette gilt), muss der Mann einige Dinge beachten, wenn er sich angemessen kleiden möchte.

Grundsätzlich haben Moslems keine strenge Farbetikette. Viele versuchen, sich weiß zu kleiden, aber das ist keine strenge Vorschrift. Viel wichtiger ist, dass man so gekleidet ist, dass man auch ohne peinliche Gefühle eine Moschee betreten könnte.

Von den Socken?

Achte bei einer muslimischen Beerdigung auch darauf, dass du saubere Socken trägst.

Das bedeutet: Saubere, Kleidung in gedeckten, schlichten Farben. Wenig Haut zeigen – also Beine und Arme bedecken und vor allem saubere Socken.

Der Raum, in dem dem Verstorbenen die letzte Ehre erwiesen wird, wird von den Angehörigen ohne Schuhe betreten. Löchrige oder dreckige Socken mit Homer Simpson Motiv wären also sehr peinlich.

Frauen gehen üblicherweise nicht mit auf die eigentliche Beerdigung. Sie stoßen erst beim späteren Leichenschmaus hinzu und besichtigen das Grab, nachdem es zugeschüttet wurde.

Ein Fazit für Beerdigungen

So hart es klingt: Leider ist es so, dass du auf einer Beerdigung nicht nur einen Verwandtem, Bekannten oder gar nahen Freund verabschiedest. Du gehst auch zu der Beisetzung, um der Familie des Trauernden Beistand zu leisten.

Diese ohnehin schon emotional geschwächten Menschen durch unangemessene Kleidung und schlechtes Benehmen (z.B. durch Trunkenheit) bloßzustellen wäre wohl das Schlimmste, was du auf einer Beerdigung machen kannst. Das hätte nämlich sicher auch der Verstorbene nicht gewollt.

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