Anselm Grün (Benediktiner) – Mann der Woche (20 / Zweitausendelf)

Anselm Grün ist weltberühmt und doch den meisten unbekannt. Das Gesicht, das eigentlich immer lächelt, ein Mund, der schweigt und Ohren, die zuhören – so könnte man den Benediktinerpater rein äußerlich beschreiben.

Er wirkt freundschaftlich, zurückhaltend und weise.

Alt ist er nicht, obwohl er seit dem 14.01.1945 bereits über 60 Geburtstage gefeiert hat.

Anselm Grün ist ein „Mann von Welt“

Schon mit 19 Jahren – kurz nach dem Abitur – entschied sich Anselm für das Noviziat bei den Benediktinern in Münsterschwarzach.

Knappe zehn Jahre später promoviert er zum Doktor der Theologie mit einer Arbeit über Karl Rahner (1984 verstorbenener katholischer Theologe) und beginnt im Anschluss 1974 das Studium der Betriebswirtschaft.

Wiederum zwei Jahre darauf erscheint das erste von über 200 Büchern: „Reinheit des Herzens“ wird ein internationaler Erfolg, auch seine nachfolgenden Bücher werden in bis zu 30 Sprachen weltweit übersetzt. Die Gesamtauflage liegt bei circa 15 Millionen gedruckten Exemplaren. Anselm Grün ist damit der meistgelesene christliche Autor der Gegenwart.

Ein Jahr nach dem Studium der Betriebswirtschaft in Nürnberg wird Anselm Grün der Klosterverwalter (Cellerar) in Münsterschwarzach – dieses Amt bekleidet der Weltmann bis heute.

App-Tipp: Auch Klosterbrüder kennen die Bedeutung von Gadgets in der heutigen Zeit – ganz zeitgemäß wird daher das E-Book Was soll ich tun von Anselm Grün als App zum Download angeboten. Hier herunterladen!

Christliche Werte + Börsenspekulationen = ?

Als Verwalter eines riesigen Klosters, das täglich in der Weltöffentlichkeit steht, zeigt sich Anselm Grün sowohl von seiner spirituellen als auch seiner idealistisch-realistischen Seite: Er weiß, dass Geld in unserer Welt eine tragende Rolle spielt.

In dem spannenden Buch Gott, Geld und Gewissen, das in Zusammenarbeit mit einem „echten“ Topmanager (Jochen Zeitz, PUMA-Chef) entstanden ist, kann jeder Interessierte nachlesen, dass christliche Werte und waghalsige Börsenspekulationen durchaus vereinbar sind.

Auch ein Kloster mit über 280 Mitarbeitern und etlichen eigenen Handwerksbetrieben will schließlich finanziert werden.

Anselm Grün meistert diese Aufgabe seit über 30 Jahren und findet trotz seiner vielfältigen Betätigungsfelder als Autor, wirtschaftlicher Berater, Klosterverwalter, Seminarleiter und Freund unter Brüdern immer noch Zeit, um sein Glück mit jugendlichen und erwachsenen Menschen in der gesamten Welt zu teilen!

Trotz Zölibat der Mann der Woche

Vermutlich wird sich so mancher Leser fragen, wie ein quasi „entmannter“ Mann, der sein gesamtes Leben lang im Zölibat gelebt hat, unser Mann der Woche werden kann.

Das ist einfach zu erklären. Wir finden, dass sich Anselm Grün durchaus als gestandener Mann qualifiziert. Seine Entscheidung, ein Leben ohne Sexualität, Partnerschaft, Besitz, Luxus und Karriere zu führen, sollte bei der Beurteilung seiner Männlichkeit keine Rolle spielen.

Wer in seinem Leben so viel erreicht und dennoch auf dem sprichwörtlichen Teppich bleibt, anstatt sich über andere Menschen in Arroganz und Missgunst zu erheben, der verdient es, Mann der Woche genannt zu werden.

Sein Grundsatz: „Ökonomie soll dem Leben dienen – nicht umgekehrt“.

Eben diesen Grundsatz, der Anselm Grün’s Wirken in der Welt stets begleitet, finden wir mutig, erfrischend und intelligent.

Anselm Grün ist kein Phrasendrescher, kein Kampftrinker, kein Abzocker und auch kein Held. Er wurde als Mann geboren und lebt als Mensch.

Ohne Schuldzuweisungen, ohne Schubladen, ohne Sex.

Bild CC 2.0 by Medienmagazin PRO / Flickr